Birger Schäfermeier: „Trading ist zu 100 Prozent Psychologie“

 

Porträt Birger Schäfermeier, Daytrader

Gibt es einen bekannteren Trader in Deutschland? Hier erzählt Birger Schäfermeier, wie er sein Handwerk gelernt hat, warum er jeden Morgen einen mentalen Selbstcheck macht und wie er einen Verlust von 320.000 Euro weggesteckt hat.

Herr Schäfermeier, warum ist Trading eigentlich so faszinierend?

Vielleicht, weil es ein Abbild des Lebens ist. Weil sich alles, was es im Leben gibt, an den Märkten widerspiegelt. Alle Hochs, alle Tiefs, alle Krisen, alle Glückssträhnen, alle Pechsträhnen, Augenblicke, in denen alles passt oder alles schiefläuft. Und wie im echten Leben muss man lernen, auf all das angemessen zu reagieren.

Wie lange haben sie gebraucht, um profitabel zu traden?

Sechs bis sieben Jahre.

Und wie haben sie es gelernt?

Durch Versuch und Irrtum. Durch Erfahrung. Wie ein Kind, dass auf die Herdplatte fasst und merkt: Die ist heiß.

Sie hatten keinen Mentor?

Nein. Wenn es ihn gab, habe ich nicht gewusst, wie ich ihn hätte finden können. Als ich mit dem Trading begann, Anfang der 1990er Jahre, gab es höchstens in einigen Banken hauptberufliche Händler. Erst ab Mitte der 1990er Jahre, mit dem Internet, hatten private Trader in Deutschland einen schnellen, fairen Zugang zu den Märkten. Wenn Sie so wollen: Ich bin ein Überlebender der Trader-Generation eins in Deutschland.

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Ein schwüler Sommertag. Donnergrollen über Düsseldorf. In einer Seitenstraße der Königsallee, in einem unscheinbaren Sechzigerjahrebau, liegt Schäfermeiers Firma. Ein großer Klassenraum, gegenüber einige Büros. Ein Praktikant serviert Kaffee. Schäfermeier, schwarzes Nike-T-Shirt, weiße Hose, schwarze Schuhe, tradet mit einem Laptop, es steht aufgeklappt vor ihm, möglich, dass er eine Position laufen hat, jedenfalls schaut er im Minutentakt auf den Bildschirm, das ganze dreistündige Gespräch über. Auf dem Schreibtisch liegt eine Audio-CD: „Mentale Stärke im Golf“, hier und da Papierstapel, nebenan, durch eine Glaswand getrennt, sitzen zwei Mitarbeiter vor ihren Rechnern, man denkt: eine Jungs-WG, oder: ein Büro aus New Economy-Tagen.

Ich bin zum dritten Mal hier: Ein Mal habe ich Schäfermeiers eintägigen Daytrading-Kurs besucht und gelernt, wie man Eröffnungen im DAX handelt. Und ich war bei seinem kostenlosen Live-Trading. Jeden ersten Freitag im Monat, wenn in den USA die „Non-Farm-Payroll“ veröffentlicht wird, DER Market-Mover schlechthin, lässt sich Schäfermeier von 30 Männern (kommt da jemals eine Frau?) über die Schultern blicken. Plaudert aus dem Nähkästchen. Schon ziemlich souverän und großzügig, das.

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Wie hat bei Ihnen alles begonnen? Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Trade?

An meinen ersten spekulativen Trade, ja. Ich habe einen Optionsschein auf Kaufhalle gekauft, eine Warenhauskette, die längst vom Markt verschwunden ist. Ich hatte den Tipp aus der Zeitung. Ich bin also zur Sparkasse gegangen, habe dem Schalterbeamten die Wertpapier-Kenn-Nr. des Scheins genannt, die hatte ich mir vorher rausgeschrieben, und wollte auf die Ausführungsbestätigung warten, aber nein, sagte der Herr, „die schicken wir Ihnen per Post.“

Die kam am nächsten Tag tatsächlich, ich habe gleich Videotext angemacht, um zu schauen, wo steht der Schein, und siehe da, ich stand im Plus. Prima. Mein Plan war, bei 20 Prozent Gewinn zu verkaufen. Nach einigen Tagen war es soweit, ich habe voll Freude bei der Bank angerufen und die Verkaufsorder gegeben. Doch eine halbe Stunde später ruft jemand von dort zurück und sagt, dass ich den Schein direkt vom Emittenten gekauft hätte, er sei noch nicht börsennotiert, ich könne frühestens in zwei Wochen verkaufen. Also habe ich nach der Schule weiter fleißig Videotext geschaut.

Einmal am Tag?

Ganze Nachmittage lang. Zum Leidwesen meiner Geschwister, da ich den einzigen Fernseher blockierte. Irgendwann drehte der Kurs, und als ich den Schein schließlich verkaufen konnte, hatte ich den mentalen point of no return schon überschritten, jenen Punkt, ab dem man so tief im Verlust steht, dass man sich sagt: Nee, jetzt verkaufst du auch nicht mehr, sondern hoffst nur noch. Nach einigen Monaten endete die Laufzeit des Scheins. Mein erstes spekulatives Investment war ein Totalverlust. Und weil ich ein kleines Konto hatte, war es zugleich das erste Konto, das ich plattgemacht habe.

Hat der Verlust Sie angespornt?

Aber ja. Nun wollte ich es richtig wissen. Ich fühlte mich bei meiner Ehre gepackt. Ich habe relativ zügig begonnen, viel mit Optionsscheinen zu handeln, auf Währungen, auf den Bund, den DAX. Das waren alles Meinungstrades, Tipps aus der Zeitung, „hört sich gut an, die Story“, „sieht vielversprechend aus“, was auch immer, jedenfalls besaß ich keinerlei Strategie.

Was für Charts haben Sie benutzt?

Man kann es sich das heute kaum vorstellen, wie schwer – und teuer – es für private Trader war, an Charts zu kommen. Irgendwann konnte man über Bildschirmtext Kurse abfragen, aber eine Abfrage kostet 10, 20 Pfennig, das war viel für mich. Irgendwann gab es die ersten Chart-Programme, mit denen man sich End of Day-Daten herunterladen konnte, oder man bekam am Ende der Woche eine Diskette mit den Kursen geschickt.

Ich habe diese Charts dann endlos analysiert. Es begann eine riesige Odyssee durch alle möglichen Methoden der technischen Analyse. Ich probierte es mit Gann-Fächern, Elliot-Wellen, Fibonacci Retrace­ments, Candlesticks … die klassische Suche nach dem heiligen Gral.

Mit welchem Ergebnis?

Dass man dieses ganze Zeug vergessen kann. Der Markt lässt sich nicht prognostizieren. Es gibt Trends, den „Weg des geringsten Wiederstandes“, in dessen Richtung sich der Markt wahrscheinlich bewegen wird, ein Ausdruck des großen amerikanischen Spekulanten Jessie Livermore. Aber einzelne Marktbewegungen vorherzusagen, nach dem Motto: Der Markt ist jetzt 21 lang Tage gestiegen und wird nun 5 Tage lang fallen und dabei das und das Retracement erreichen… das ist absoluter Humbug.

Kurz und gut: Ich hatte ich keine Methode. Ich hatte eine Meinung und hielt daran fest. Wenn ich Recht hatte, verdiente ich mit den hoch gehebelten Scheinen viel Geld, wenn ich falsch lag, bekam ich tüchtig auf die Nase. Mein Konto verdoppelte oder halbierte sich innerhalb einer Woche.

Sie stammen aus einem evangelischen Pfarrershaushalt. Wie fanden Ihre Eltern Ihr Hobby?

Sie waren nicht begeistert, aber sie haben mich unterstützt. Sie haben gesagt: Es ist deine Entscheidung, was du mit deinem Geld machst. Wenn du dir keine Mofa kaufen willst, sondern es an der Börse ausgibst, bitte. Als ich meine ersten Aktien gekauft habe, war ich noch nicht volljährig, da haben sie für mich unterschrieben.

Ab wann wussten Sie: Ich will Trader werden?

Das war mir spätestens klar, als ich mein Abitur machte, 1989. Wobei ich keine Ahnung hatte, wie ich Trader werden sollte. Wollte man damals an der Börse arbeiten, musste man zu einer Bank gehen. Aber wer sagte einem, dass man dann nicht in der Kreditabteilung landete? Eine Weile lang habe ich darüber nachgedacht, nach London oder Chicago zu ziehen, dorthin, wo es viele reine Trading-Firmen gibt. Am Ende habe ich das gemacht, was alle machen, wenn sie noch nicht genau weiter wissen: Ich habe erstmal studiert. Ich habe mich in Essen für Volkswirtschaftslehre eingeschrieben und nebenher weiter getradet. Das Studium hat mich ziemlich enttäuscht, wir lernten Modelle, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben, viel Mathematik, wenig Psychologie, fast nichts über das, was die Märkte wirklich bewegt, aber ich hatte das Studium angefangen, also habe ich es auch zu Ende gemacht.

Wie haben Sie das Geld fürs Traden verdient?

Indem ich Studentenpartys organisiert habe. Ich hatte seit Schulzeiten eine mobile Diskothek, die ich verliehen habe. Es gab drei Anlagen, eine für kleine Partys, eine für mittlere, eine für richtig große Partys, zu denen manchmal zwei, dreitausend Leute kamen. Damit konnte ich relativ schnell Geld verdienen für das nächste Tradingkonto.

Wie hieß die Firma?

Blackout Music.

Und Sie waren der DJ?

Manchmal, ja.

Und haben mit dem Party-Geld ihr nächstes Trading-Konto gefüttert.

Genau. Kleine Depots haben extreme Nachteile: Mit ihnen ist es fast unmöglich, ein vernünftiges Risk-Management zu machen. Ich jedenfalls war dafür viel zu ungeduldig. Ich habe mich, was weiß ich, für irgendeine Währung oder den DAX entschieden und mit wenigen Trades mein Konto riskiert. Entweder verdoppelte es sich, oder ich musste die nächste Party organisieren…

Das klingt nicht so, als hätten ihnen die Verluste besonders weh getan.

Stimmt. Vielleicht war es für mich zu leicht, das Geld zu verdienen, als dass es mich sonderlich geschmerzt hätte. Aber ich habe ohnehin keinen sehr engen Bezug zum Geld. Ich gehöre nicht zu denen, die möglichst viel Reichtum horten möchten. Für viele Menschen bedeutet Geld: Sicherheit. Diese Leute sollten sich gut überlegen, ob sie Trader werden sollen. Denn beim Trading geht es um Risiken, es geht immer auch ums Verlieren, wer auf Sicherheit aus ist, tradet ängstlich, nimmt Gewinne zu früh mit, all das. Die erfolgreichen Trader, die ich kenne, sind Menschen, die relativ frei in ihrem Denken sind und wenig Angst haben.

Waren Sie als Student ein erfolgreicher Trader?

Sie werden es nicht glauben, aber einige Tage lang war ich sogar richtig reich. Ich hatte ein System, dass so ähnlich funktioniert wie „Wer wird Millionär?“. Ich habe Optionsscheine gekauft, die weit aus dem Geld lagen, und sie verkauft, wenn ich entweder 100 Prozent gewonnen oder 50 Prozent verloren hatte.  Es genügen ja acht Verdopplungsschritte, um aus 5000 eine Million zu machen. So habe ich tatsächlich eine Million D-Mark verdient.

Heute weiß ich, dass ein solches System – ohne jedes vernünftige Risiko-Management – nur sehr niedrige Erfolgschancen hat. Angenommen, man hat eine Trefferquote von 50 Prozent, dann hat eine Serie von acht Gewinnen hintereinander eine Wahrscheinlichkeit, die irgendwo zwischen zwei und drei Prozent liegt. Aber zum einen habe ich mir mehrere Versuche gegönnt, zum anderen gibt es ja diese Zeiten, in denen einem alles gelingt und wo man komplett gut drauf ist. In so einer Zeit habe ich es geschafft.

Natürlich habe ich diesen extremen Gewinn nicht auf Glück zurückgeführt, oder günstige Umstände, sondern dachte: Ich kann’s! Und natürlich konnte ich nicht aufhören. Natürlich bin ich bei extremen Positionsgrößen geblieben, und habe mal eben 300.000 Mark verwettet. Du verlierst, denkst aber, nicht schlimm, du hast ja noch 700.000. Gut, nächstes Investment, da investierst du wieder 200.000 und plötzlich sind es nur noch 500.000. Mist, denkst du, vorgestern hattest du noch eine Million, jetzt nur noch die Hälfte. Was ja immer noch mehr ist, als die meisten besitzen. Aber du kommst eben nicht auf die Idee, dann zu sagen: Stop, Pause, hier atme ich mal durch. Ich habe nicht durchgeatmet und es hat nicht lange gedauert, da war das ganze Geld wieder futsch.

Wie fühlte sich dieser Verlust an?

Weniger schrecklich als man denken könnte. Denn ich habe das Geld ja nie wirklich besessen. Die Bedeutung von Geld  begreift man erst dann, wenn man es ausgibt. Hätte ich mir für eine Million Mark schöne Dinge gekauft hätte und wäre am nächsten Tag der Gerichtsvollzieher gekommen und hätte mir diese Dinge wieder weggenommen – dann hätte ich den Verlust gefühlt. So aber war es nicht real, sondern nur eine Zahl. Und das war vielleicht auch das Problem.

Als ich noch Broker war, kam eines Tages mein Chef herein, er war gerade Vater geworden und hatte einen Kinderwagen für 300 Mark gekauft. Der war real. Mein Chef sagte: Das Geld hole ich mir jetzt wieder – und sagte zu mir, ich solle ihm einen FDAX-Kontrakt kaufen. Ich habe zum Telefon gegriffen und ihm einen Dax geordert. Mein Chef hätte nur drei Punkte gebraucht, um die 300 Mark zu verdienen, aber wie es das Schicksal so will, der Markt geht direkt runter. Irgendwann sage ich zu ihm, dass er zehn Punkte hinten liegt. Kein Problem, sagt er, kaufen Sie noch einen Kontrakt. Am Ende des Tages hat er so viel verloren, dass er sich von dem Geld 30 Kinderwagen hätte kaufen können.

Was man daraus lernt? Wenn man tradet, sollte man nicht an reale Sachen denken. Sonst verkrampft man komplett. Die Zahl, die da steht, muss eine Zahl bleiben.

Andererseits: Wenn der Rechner aus ist, sollte man sich auch mal klar machen, dass das echtes Geld ist. Am Ende des Monats ziehe ich immer alles Geld, was über einer bestimmten Summe liegt, von meinem Konto ab. Und kaufe mir auch jedes Mal etwas, damit mein Unterbewusstsein wirklich begreift, dass ich etwas verdient habe. Und sei es ein neuer Golfschläger, irgendein Mist, aber diese Belohnung muss sein.

Wie lange haben Sie als Broker gearbeitet?

Von 1993 bis 1998, zunächst als Praktikant und Trainee, dann als Mitarbeiter, schließlich als Vorstand, weil ich und zwei Kollegen per Management-Buyout die Trading-Abteilung der Brokerfirma übernommen haben. Das war 1997. Von 1997 habe ich dann hauptsächlich mit meiner Firma auf eigene Rechnung getradet und wir haben nur noch einige Kunden betreut.

Haben Sie als Broker viele Menschen gewinnen sehen?

Es gab mehrere, die zwischenzeitlich viel Geld verdient haben, aber letztlich nur einen, der dauerhaft erfolgreich war. Der kam zu mir und sagte, er werde jeden Monat 10.000 Mark von seinem Konto abziehen. Ich dachte: Jaja, red du mal. Aber er hat es tatsächlich geschafft. Der hatte für jeden Trade einen Stop, was schon mal ungewöhnlich ist, denn die wenigsten Menschen mögen Stops. Ein Stop ist der Punkt, ab dem klar ist, dass man Unrecht hatte, und das hören die wenigsten gern. Dieser Mann kannte sich aus, und, ganz wichtig, er hat nichts anderes gemacht. Er hat sich nur aufs Trading konzentriert. Alle anderen Kunden hatten ein anderes Geschäft, besaßen eine Firma, waren angestellt. Und sind damit von vornherein denen unterlegen, die den ganzen Tag die Kurse im Auge haben.

Und es gab andere, die erst viel gewonnen und dann wieder alles verloren haben?

Genau. Ich erinnere mich an einen Kriminalkommissar, der irre viel Geld mit zwei Internet-Aktien gemacht hat, die er als Penny-Stocks entdeckt hat. Aber als der Bullenmarkt 2000 vorbei war und die Kurse runterkamen, hat er alles wieder verloren. 2006, mitten im nächsten Bullenmarkt, habe ich ihn zufällig getroffen, er erzählte mir, er habe seine Erfolgsstory noch einmal wiederholen können, dieses Mal hatte er auf Solarwerte gewettet. Keine Frage, er hatte ein gutes Gespür. Aber ob es ihm beim zweiten Mal gelungen ist, das Geld zu behalten? Ich fürchte nicht.

Was hat er falsch gemacht?

Vor allem eines: Er wusste, wann man einsteigt, aber nicht, wann man aussteigt. Und er hatte kein vernünftiges Risk- und Money-Management. Und das ist bekanntlich viel wichtiger als der richtige Einstieg.

Ich möchte Ihnen von einem anderen Fall erzählen: Ein Kunde, ein Unternehmer, hat im Bullenmarkt der 1990er Jahre unheimlich viel verdient. Immer, wenn der Dax 100 Punkte runter kam, hat er gekauft. Klingt erstmal blöd, aber im Bullmarkt funktioniert so etwas, denn früher oder später geht der Markt ja wieder nach oben. Vier, fünf Jahre lang habe ich das verfolgt, wobei ich aus eigener Erfahrung wusste, dass es irgendwann schief geht. Irgendwann dreht der Markt, er ist nun mal keine Einbahnstraße, und dann wird dieser Mensch alles verlieren. Wir haben uns oft darüber unterhalten, und jedes Mal, wenn der Markt wieder oben war, musste ich mir anhören: Sehen Sie, es hat funktioniert.

Dann kam die Asien-Krise, der Markt brach ein, es ging tiefer und tiefer. Der Mann war 20, 30 Dax-Kontrakte long, ein Punkt waren 100 Mark, irgendwann war auch er verunsichert und sagte sich: Ich gehe lieber raus, vielleicht fällt der Markt noch einmal 200 oder 300 Punkte, das Geld spare ich mir und baue die Position etwas tiefer wieder auf.  Er stellte seine Position ungefähr 40 Punkte vor dem Tief glatt. Ab da ging der Markt nur noch nach oben, und wie wir alle wissen, lief er sehr schnell nach oben. Ich hab ihn nie wieder spekulieren sehen. Ich denke, in dem Moment hat ihn der Markt psychisch geknackt. Ich habe das bei vielen Leuten erlebt, sie haben irgendwann so eine genockt bekommen vom Markt, das sie nicht mehr erfolgreich traden konnten.

Wie viel hat der Mann verloren?

Ungefähr eine Million Mark.

Er hatte also keine Kriterien, die ihm sagten: Jetzt ist der Bullenmarkt erstmal vorbei.

Nein, so etwas interessierte ihn nicht. Er glaubte fest an sein System. Das ist es ja: Menschen können unheimlich viel Geld mit einem nicht funktionierenden System verdienen, wenn sie auf die richtigen Marktbedingungen treffen. Wobei ihnen dann nicht bewusst ist, dass sie das Geld nur aus einem glücklichen Zufall verdienen. – Wollen Sie eine dritte Geschichte hören?

 

Das war der erste Teil des Interviews. Bitte registrieren Sie sich – dann können Sie kostenlos den ganzen Artikel lesen. Ihre Email-Adresse verwende ich vertraulich und gebe sie nicht an Dritte weiter.


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Unbedingt.

1998 habe ich einem meiner Kunden, einem Studenten, eine Aktie empfohlen, einen Internet-Pennystock, der abging wie eine Rakete – aus einigen Tausend Mark waren binnen kurzem 2,5 Millionen Mark geworden. Dieser junge Mann kam irgendwann zu uns nach Düsseldorf, hat sich bedankt, mehr aber auch nicht. Abends sind wir essen gegangen, irgendwann frage ich ihn, in welchem Hotel er denn wohne. .. Nee, sagte er, ein Hotel habe er nicht, er würde im Auto schlafen. Da habe ich gemerkt: Dieser Mensch ist geizig. Keine gute Eigenschaft an der Börse.

Einige Tage später haben wir telefoniert, die Aktie war ein wenig gefallen, ich sagte, sieht nicht gut aus, du solltest rausgehen. Das sah er ein – aber er wollte die Aktie nicht bei uns verkaufen, dass hätte ihn ein Prozent Provision gekostet. Er wollte über einen Direktbroker gehen, da hätte er das billiger bekommen. Klar war ich sauer, ich habe ihm gesagt: Pass mal auf, ich hab dir einen Wert empfohlen und das sind nun mal die Gebühren, die kennst du, es hat sich alles toll entwickelt, da ist es doch das Mindeste, diese Gebühr zu bezahlen. Ich konnte ihn nicht überzeugen. Die Gebühr war ihm zu hoch. Tags drauf schickt er mir ein Formular, um die Aktien zu diesem Direkt-Broker zu übertragen. Ich hab ihm nochmal gesagt, dass ich das ziemlich mies finde, und er daran denken müsse, dass die Übertragung sechs Tage dauern würde … War ihm aber egal.

Man ahnt wie es weitergeht.

Manchmal gibt es eben doch so etwas wie höhere Gerechtigkeit. In den sechs Tagen, in denen die Aktie unterwegs war, hat sich die Aktie halbiert. Aus einem Prozent waren fünfzig Prozent Verlust geworden. Später habe ich von Bekannten gehört, dass er keinen Pfennig mit dieser Aktie verdient hat. Denn nach dem 50 Prozent-„Verlust“ war er auch nicht mehr bereit zu verkaufen. Am Ende ist der Pennystock dann wieder im Pennystock-Bereich gelandet.

Das tut wirklich weh.

Menschen, die geizig sind, gehören nicht an die Börse. Wer geizig ist, nicht verlieren kann, nichts abgeben kann, der sollte sein Glück woanders versuchen.

Welches war Ihr größter Verlust?

Das war in den 1990er Jahren.  Ich habe an nur einem Tag über 160.000 Mark verloren. Ohne es wirklich zu merken. Ich wusste die ganze Zeit über, dass ich hinten lag, aber mir war nicht klar, wie viel. Ich habe einfach immer weiter getradet bis der Markt schloss. Und sah erst, als ich am nächsten Tag die Abrechnungen erhielt, was ich da angerichtet hatte. Seitdem habe ich mir eine strikte Verlust-Obergrenze verordnet, ab der ich definitiv aufhöre, und für den Tag Schluss mache.

Wann haben Sie Ihren höchste Gewinn erzielt?

Im Jahr 1998. Im Oktober hatte die SPD die Bundestagswahl gewonnen, danach gab es diesen Zweikampf zwischen Schröder und Lafontaine. Man konnte absehen, dass es auf Dauer nicht gutgehen würde, einer der beiden musste den Kürzeren ziehen. Ich hatte keine Ahnung, wer von den beiden sich durchsetzen würde, ich wusste nur, dass das ein Punkt ist, auf den ich achten muss, schließlich hatten die beiden sehr unterschiedliche Vorstellung von Wirtschaft: hier der Wirtschaftsmann, dort der Kapitalismuskritiker.

Eines Nachmittags, ich war unterwegs, rief mich einer meiner Kollegen aus dem Büro an und sagte, es laufe eine Eil-Meldung über die Ticker: Lafontaine sei zurückgetreten. Ich dachte: Wahnsinn. Mir war klar, dass die Märkte nun explodieren würden. Es war aber schon nach 17:30 Uhr, der DAX-Future war geschlossen. Man konnte noch den Bund –Future in der Nachsitzung in London handeln, Währungs-Futures in den USA und außerbörslich Optionsscheine.

Ich habe meinen Kollegen gesagt: Kauft für mein Konto alles, was ihr an Optionsscheinen auf den DAX kriegen könnt, geht long in D-Mark und short im Bund. Sie sind zum Telefon gestürzt und konnten, fast zum DAX-Schlusskurs, noch viele Scheine einsammeln. Eine Viertel Stunde lang ist nichts passiert, dann reagierten die Märkte, und am nächsten Morgen… Gab es tatsächlich ein riesiges Aufwärtsgap, das müssen an die 200 Punkte gewesen sein, für die damalige Zeit extrem. Und zusätzlich trieb der Volatilitätssprung den Wert der Optionsscheine nach oben.

Das war eine Situation, in der ich alles auf eine Karte gesetzt hab. Wäre über Nacht irgendwo auf der Welt etwas Schlimmes passiert, wäre ich ruiniert gewesen. Aber es ging gut. Und im Nachhinein weiß ich: Dieser Trade war für mich ein Meilensprung. Ein Hebelpunkt. Zum ersten Mal habe ich, über Nacht, einen sechsstelligen Betrag verdient. Solche Hebelpunkte braucht man als Trader. Momente, in denen man sein Konto – und seine mentale Verfassung – auf das nächsthöhere Level bringt.

War 1998 ein wichtiges Jahr für Sie?

Unbedingt. Ab dem Jahr war ich profitabel. Vorher war ich ein Trader, der mal gewonnen und mal verloren hat. Ich hatte viele Baustellen, an denen ich zugleich arbeitete, Disziplin, Money-Management, Positionsgrößen-Steuerung, Exit-Strategien. Die ganzen Hausaufgaben eben, die ein Trader machen muss. 1998 hatte ich die meisten davon gemacht. Und dazu passten die Markverhältnisse, es gab extreme Bewegungen, nach oben wie nach unten.

Wie haben Sie den Crash vom 11. September 2001 erlebt?

Ich war damals mit Optionsscheinen massiv short positioniert und habe ausgerechnet am Morgen des 11. September sämtliche Positionen glatt gestellt. Der Dax tippte gerade auf eine wichtige Unterstützung, und bei Optionen, mit ihrem Zeitwertverfall, muss man rechtzeitig aussteigen. Ich war rundum zufrieden mit mir, wollte das schöne Ergebnis hier im Büro feiern und habe jemanden losgeschickt zu einer Bäckerei, damit er uns Kuchen holt. Gerade als ich die Gabel in den Kuchen stechen wollte, kam unser damaliger Praktikant rein und sagte, gerade sei ein Flugzeug ins World-Trade-Center geflogen. Wir haben den Fernseher angemacht, und es war schnell klar: Verdammt, hier läuft was schief.

Sind Sie short gegangen?

Ja, mit einer kleinen, spekulativen Position im DAX, denn wir wussten ja tatsächlich nicht, was da los war. Nach einer Weile war klar, dass es ein Terror-Anschlag gewesen sein muss, die Märkte gingen nach unten, wobei die Hauptbewegung erst losging, als die Wallstreet schloss. Weltweit gingen plötzlich die Börsen zu, nur die EUREX blieb offen, das hieß, dass sich jeder, der Aktien hatte und sich hedgen wollte, über die EUREX gehen musste.  Das führte zu einem immensen Verkaufsdruck.

Zum Glück war ich nicht short im S&P – denn als die Börse geschlossen wurde, gingen die Broker hoch auf 100 Prozent Margin. Sprich: Man musste für jeden Kontrakt den vollen Wert hinterlegen. Für einen Mini-S&P-Kontrakt, mit 50 Dollar pro Punkt, waren das damals mehr als 50.000 USD.

Wie viel hätten Sie verdient, wenn Sie die Position, die Sie an jenem Morgen hatten, nicht glattgestellt hätten?

Millionen.

Haben Sie sich geärgert?

Nicht wirklich. Ich war ja eigentlich zufrieden mit mir. Vielleicht bin ich im Lauf der Jahre abgestumpft, vielleicht habe ich gelernt, mit meinen Gefühlen besser umzugehen.

Sind Gefühle beim Trading gut oder schlecht?

Das lässt sich so einfach nicht beantworten. Der erste Punkt ist: Man muss erst einmal begreifen, wie sehr einen Gefühle steuern. Gefühle sind eine Sprache, die wir alle nicht zu sprechen gelernt haben. Aber ihr Verständnis ist für den Tradingerfolg entscheidend.

Ein Mensch hat rund 60.000 Gedanken am Tag, von denen über 90 Prozent Wiederholungen sind. Wer spricht da zu uns? Wer sagt uns: „Das kannst du“, oder: „Das kannst du nicht“? Und warum? Mit welcher Absicht? Die Psychologie hat tausend Erklärungsmuster, ich bin kein Anhänger einer bestimmten Schule, ich weiß nur: Es gibt immer mehrere Ideen in mir, Ideen, die sich teilweise wiedersprechen. Wie kriege ich sie unter einen Hut? Wann kommen bestimmte Gedanken, wie kann ich sie kontrollieren? Wie kann ich die guten, die gewünschten Gefühle in mir erzeugen? Über all das sollte man sich Gedanken machen. Hier beginnt dann die Arbeit an sich selbst.

Wie gehen Sie selbst vor?

Ich mache jeden Morgen einen mentalen Selbst-Check, um mir klar zu werden über meine Gefühle. Ähnlich wie ein Pilot, der vor dem Abflug seine Instrumente überprüft. Ich frage mich: Wie viel Spaß und Leidenschaft habe ich? Wie groß ist mein Vertrauen in mich? Was will ich heute? Traden? Oder viel lieber etwas anderes tun? Ich bin in der privilegierten Lage, dass ich nicht jeden Tag traden muss, also gebe ich diesen Gefühlen. Ich suche mir Situation aus, in denen alles passt: In denen ich mental top drauf bin und die Marktbedingungen stimmen. Alle anderen Situationen lasse ich nach Möglichkeit aus.

Und ich frage mich: Was wäre, wenn du heute Geld verlierst? Es gibt Tage, da wäre es mir egal. An anderen Tagen sage ich mir: Das darf bloß nicht passieren. Und es gibt Tage, da sage ich: Bitte nicht schon wieder. In jeder Antwort steckt eine andere Emotion. Wenn ich sage, ich darf nicht verlieren, stehe ich unter Druck. Sind mir Verluste egal, kann das positiv sein, weil ich gelassen bin, oder negativ, weil ich zu lasch bin. All das muss ich herausfinden.

Es geht darum, seine Ziele zu identifizieren. Keine einfache Aufgabe. Denn letztlich verfolgt man fast nie nur ein Ziel, sondern mehrere, und häufig gibt es zwischen diesen Zielen Konflikte. Wird dieser Konflikt nicht bewusst gemacht, überlässt man seine Lösung dem Zufall oder dem Unterbewusstsein.

Was sollte man also tun?

Um seine Verhaltensmuster zu erkennen, hilft einem ein psychologisches Trading-Tagebuch weiter. Ich benutze solche schwarzen Kladden (er zückt ein schwarzes DIN A 4 Notizbuch), von denen habe ich in meiner Traderkarriere sicher 20 vollgeschrieben. In die schreibe ich alles rein, was mir einfällt, wirklich alles.

Manchmal sind es nur Wörter, manchmal sind’s Fragen. (Er blättert in der Kladde) Hier: „Was ist der Unterschied zwischen Vertrauen und Hoffnung?“ Das schreibe ich mir auf und denke ein paar Tage darüber nach, und wenn mir etwas dazu einfällt, schreibe ich es auf.

Wie viel Prozent des Trading-Erfolgs sind Psychologie?

Wenn jemand die grundlegende Markttechnik beherrscht, einige Jahre Erfahrung hat, also einen Bullen-, einen Bären- und einen Seitwärtsmarkt überlebt hat, Risiko-Kontrolle und Money-Management beherrscht – dann hängt alles ab vom Umgang mit den eigenen Gefühlen. Tradingerfolg ist zu 100 Prozent Psychologie.

Glauben sie, dass jeder Trading lernen kann?

Jeder, der bereit ist, ernsthaft an sich zu arbeiten.

Allein? Oder braucht es einen Coach, einen Trainer, einen Psychologen?

Sagen wir mal so: Mit professioneller Hilfe kommt man sicher schneller zum Ziel, weil einem das Stellen der Fragen abgenommen wird. Grundsätzlich kann man das auch allein.

Ich selbst bin in dieser Hinsicht Autodidakt, ich habe viel gelesen über Mentales Training und NLP oder irgendwelche Suggestionstechniken. Da lernt man dann diese kleinen Tricks, etwa den, sich selbst von außen zu betrachten, aus einer „dissoziierten Perspektive“. Als betrachte man einen Film, in dem man selbst die Hauptrolle spielt. Bei mir hat der Prozess Jahre gedauert und ich arbeite immer noch daran, mir über meine Gefühle klar zu werden. Der erste Schritt ist aber, sich so ein kleines Notizheft anzuschaffen  und zu beginnen, mal etwas über sich aufzuschreiben.

Sie sind Daytrader. Was genau handeln Sie?

Ich habe mich auf vier Futures spezialisiert, FDAX, S&P, Bund, Eurodollar. In diesen Märkten bin ich Experte. Ich handle grundsätzlich nur intraday, abends stelle ich in jedem Fall alle Positionen glatt.

Auch dann, wenn starke Trends vorliegen?

Auch dann. Früher habe ich auch Swing-Trade gemacht. Das konnte bedeuten: Mittelfristig war ich long, intraday gab es aber nur Short-Signale. Das hat mich komplett durcheinander gebracht, so dass ich mich irgendwann gegen Swing-Trades entschieden habe. So komme ich jeden Morgen absolut entspannt, ohne irgendeine vorgefasste Meinung in den Markt. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, das man fast immer, bis auf ganz wenige Ausnahmen, die Möglichkeit hat, zum Vortages-Schlusskurs die Position noch einmal aufzubauen.

Es geht darum, dem Markt so offen, so unvoreingenommen wie möglich begegnen. Er erzählt uns eine Geschichte, der Job von uns Tradern ist es, ihm so genau wie möglich zuzuhören. Manchmal erzählt der Markt eine falsche Geschichte, dafür haben wir einen Stop. Manchmal verstehen wir die Geschichte falsch, auch dafür haben wir einen Stop.

Nach welcher Methode handeln Sie?

80 Prozent meiner Trades sind trendfolgebasiert. Ich schildere Ihnen jetzt mal meine Marktphilosophie: Der Markt ist nicht prognostizierbar, er bewegt sich zufällig. Es gibt Tausende von Nachrichten und Einflüssen, niemand weiß, was als nächstes passiert. Ein deterministisches Chaos. Aber: Der Markt wird von Menschen und ihren Gefühlen gesteuert. Diese Stimmungen, diese kollektive Euphorie, Gier, Angst, Panik, was auch immer, beeinflussen den Markt über einen längeren Zeitraum und verstärken die an sich zufälligen Bewegungen. So entstehen Trends – eine Marktanomalie, die ich zu meinem Vorteil nutzen kann.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Angenommen, wir haben kollektiv gute Laune, wie 1999, oder auch 2006. Die Menschen sind großzügig. Der Zufallsgott würfelt eine fünf, der Markt sollte eigentlich um fünf Punkte steigen, aber weil alle gute Laune haben, sagen sie, ach komm, leg noch was drauf, der Markt steigt um sieben oder acht Punkte. Ist die kollektive Laune schlecht, wie 2008, fällt der Markt, ist sie diffus, geht der Markt wahrscheinlich seitwärts. Natürlich kommen fundamentale Komponenten hinzu. Aber sie sind nicht entscheidend, entscheidend sind die kollektiven Stimmungen. Es gibt sie übrigens auch intraday.

Dann sagen Sie mir doch bitte: Sind wir im Augenblick (September 2009) in einem Bullenmarkt oder einer Bärenmarktralley?

Wer weiß das schon? Ich sehe nur: Der Markt hat gute Laune, also mache ich mit der guten Laune mit. Seit März haben wir eine riesengroße Rallye erlebt, viel stärker als in irgendeinem Bullmarkt. Man merkte plötzlich, wie schlechte Nachrichten ohne Probleme verdaut wurden. 2008 sind in den USA eine Handvoll Banken pleite gegangen. 2009 sind es bereits über 70. Nur: Das interessiert keinen mehr.

Wenn sie mich nach der langfristigen Perspektive fragen, würde ich antworten: Ich glaube, dass unsere Probleme zunehmen werden. Es ist nicht gut, dass man immer mehr Geld in das System pumpen muss, um es am Laufen zu halten. Langfristig wird es sicher große Überraschungen nach unten geben. Was aber überhaupt nicht ausschließt, dass der DAX jetzt bis 8000 marschiert. Niemand kann vorhersehen, wann die kollektive Stimmung kippt. Über die Immobilien-Blase in den USA wurde mindestens seit 2003 geredet, aber erst 2008 ist sie geplatzt. Inzwischen hat sich eine Blase gebildet bei den Staatsanleihen, auch sie wird irgendwann platzen. Aber es macht keinerlei Sinn, zu früh darauf zu wetten.

Wann handeln sie Ausbrüche, wann handeln sie Retracements?

Ganz allgemein: Ausbrüche handle ich am Anfang eines Trends, je länger er dauert, umso weniger glaube ich ihnen. Dauert ein Trend schon seit Wochen, kommt nach einem Ausbruch häufig ein deutliches Retracement. Das wäre dann ein Punkt, an dem ich einzusteigen versuche.

Was halten sie von technischer Analyse? Kann man mit ihr Kursbewegungen antizipieren oder nur retrospektiv einordnen?

Technische Analyse ist ein nützliches Werkzeuge, wird aber überschätzt. Nur weil jemand eine tolle Säge hat, ist er noch lange kein guter Tischler – und ein guter technischer Analyst ist noch lange kein guter Trader. Egal, was man macht, man wird den Markt nie vorhersagen können. Angenommen, jemand könnte das – dann würde er, mit seinem Wissen, die Märkte verändern, und seine eigene Prognose ad absurdum führen. Denn jedes Element, das am Markt aktiv ist, trägt bei zu einer anderen Geschichte.

Ab wie viel Punkten im Minus beginnen sie auszuscalen?

Wenn ich einen Trade eröffne, dann deshalb, weil ich glaube, dass der Markt ab sofort in meine Richtung läuft. Tut er das nicht, könnte ich theoretisch ja auch später reingehen –warum sollte ich ein unnötiges Risiko eingehen? Funktioniert also eine Position nicht sofort, bin ich sehr schnell wieder raus. Das kann wirklich nach vier, fünf Sekunden sein. Meistens beginne ich aber nach zehn Prozent der beabsichtigten Trade-Dauer mit dem Scaleout. Ein Beispiel: Ich möchte mit dem Trade 60 Punkte verdienen und weiß, in der kurzfristigen Vergangenheit brauchte der Markt für 60 Punkte ungefähr eine Stunde. Wäre ich also nach sechs Minuten nicht im Plus, würde ich mit dem Scaleout beginnen.

Manchmal stellen Sie die Tradingtagebücher Ihrer Seminare ins Netz. Man sieht dann, dass Sie viele kleine Verluste machen, 250, 300 Euro, und ab und an Gewinne von mehreren Tausend Euro.

Genau so funktioniert kurzfristiges Trading. Die kleinen Nadelstiche hinnehmen und dann den fetten Gewinn einfahren. Klar gibt es Positionen, aus denen ich zu schnell rausgehe. Aber zugleich entgehe ich durch frühzeitiges Ausscalen vielen Verlustpositionen. Ich mache meine Verlust-Trades also  „leichter“. Läuft der Markt in meine Richtung, bin ich doppelt so stark dabei. Angenommen, ein Trader könnte all seine Verluste nur noch dreiviertel so schwer machen und seine Gewinne verdoppeln – dann würde bei vielen Leuten am Ende ein Plus stehen. Leider verfahren die meisten genau anders herum: Sie machen ihre Gewinn-Trades durch Teilverkäufe leichter und ihre Verluste schwerer, indem sie verbilligen, Stops zu weit weg setzen oder sie sogar löschen.

Ob der Markt in meine Richtung läuft, ob ich bei einem Trade also gewinne, kann ich nicht beeinflussen. Ich kann aber beeinflussen, wie viel ich gewinne und wie viel ich verliere. Merke ich, das Schiff könnte sinken, mache ich es lieber leichter. Merke ich, jetzt geht es volle Fahrt voraus, dann nehme ich so viel Ladung mit möglich mit.

Positionsgrößen-Management ist eine der Hauptkomponenten von erfolgreichem Trading. Ich habe eine Trefferquote von rund 50 Prozent. Wenn ich immer die gleiche Positionsgröße trade, bringt mich das nicht viel weiter. Also gebe ich in dem Moment, in dem alles stimmt, Vollgas. Dann riskiere ich bis zu 2,5 Prozent meines Kontos, während ich in ungünstigen Marktsituationen nur 0,1 Prozent riskiere.

Gibt es Tage, an denen die Volatilität so hoch ist, dass Sie lieber nicht traden?

Grundsätzlich lebt man als Trader ja von der Vola. Das ist wie beim Surfen. Ein bisschen Wind ist langweilig, ein steife Brise macht Spaß. Herrscht allerdings Orkan haben, dann steigt der Surf-Profi nicht aufs Brett und lasse ich die Finger von den Märkten. Das kommt aber nur einige Mal im Jahr vor, und dann nur für einige Stunden.

Haben sie gedacht im vergangenen Jahr, dass es so stark bergab geht?

Man muss sich immer alles vorstellen am Markt. Mittlerweile kann ich mir vorstellen, dass der Dax auf 1500 Punkte fällt oder auf 10.000 Punkte steigt. Ich hab mich frei gemacht von diesen Erwartungen. Schauen Sie mal (Schäfermeier steht auf und geht zu einem Chart, der eingerahmt an der Wand hängt). Das ist der S&P-Chart von 1997. Ich hab ihn aus gutem Grund hier hängen. Weil ich damals dachte: Wir sind jetzt bei 575 Punkten, was für eine exorbitante Übertreibung, der Markt muss jetzt runterkommen.

Sie sind also short gegangen?

Genau. Das war das letzte Mal, dass ich ein Konto komplett verloren hab. Heute, wo der Markt „tief“ ist, steht der S&P bei 1000 Punkten. Aber man hat nur deshalb den Eindruck, er stehe „tief“, weil wir schon bei 1500 Punkten waren.

Inzwischen sind Sie nicht mehr Trader, sondern auch Buchautor und Coach. Wie kam es dazu?

Ich kam irgendwann an den Punkt, an dem ich merkte, Trading allein füllt mich nicht mehr aus. Trading war für mich ein großes Puzzle, dass ich um jeden Preis lösen wollte. Irgendwann hatte ich alle Teile zusammengesetzt. Und weil ich bin jemand bin, der gern redet, der gern kommuniziert, habe ich begonnen, anderen Leuten zu helfen, dieses Puzzle zu lösen, ihnen meine Ideen mitzugeben. Und freue mich natürlich über die Anerkennung meiner Zuhörer und Seminarteilnehmer, die es so an den Märkten nicht gibt.

Das Buch ist eher zufällig entstanden, aus meinen Notizbüchern, von denen ich ja schon erzählt habe. Ich habe deren Inhalt einfach mal strukturiert zusammengefasst.

Leidet Ihre Performance, wenn sie vor Zuschauern traden?

Ja. Zum einen trade ich vor Publikum immer nur die halbe Positionsgröße, und natürlich bin ich nicht immer voll konzentriert, was sich hier und da in Fehlern niederschlägt, die ich allein wohl nicht gemacht hätte. Andererseits bringt mir das Unterrichten auch weiter, weil ich nun viele Dinge, die ich sonst intuitiv richtig gemacht habe, auch rational verstehe.

Wie schwer ist es, als Coach seine Schüler zum Erfolg zu führen?

Das ist ein langer Prozess. Es ist ja nicht so, dass die hier rein kommen, eine Gehirnwäsche kriegen und danach erfolgreich sind. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Ein Herr kam zu mir, der innerhalb von wenigen Monaten gut 150.000 Euro beim Handel mit Aktien verloren hatte und nun merkte, so kann es nicht weitergehen. Er hat ein Seminar bei mir besucht und sich zu einem längerfristigen Coaching angemeldet.

Normalerweise empfehle ich Anfängern Simulationsprogramme. Oft kommt dann das Argument: „Simuliertes Trading nützt mir nichts, weil ich es nicht so ernst nehme.“ Was für ein Unsinn! Das wäre, als würde ein Pilot sagen, dass er im Flugsimulator nicht landen könne, aber es schon hinbekomme, wenn er hinten 120 Leute drin hat. Ich wäre damals, als ich mit dem Traden anfing, verdammt dankbar gewesen über solche Simulationsprogramme, und rate keinem, sein Geld zu verzocken, ehe er nicht mit Simulationsprogrammen erfolgreich ist. Das Ergebnis, das er dabei erzielt, kann er locker durch vier teilen, wenn er mit echtem Geld arbeitet, weil ihm dann noch die Emotionen mit rein schießen.

Jedenfalls konnte ich auch diesen Herrn um alles in der Welt nicht dazu bewegen, simuliert zu traden. Er wollte es gleich mit echtem Geld versuchen. Meine Hauptaufgabe war, das Verlieren abzumildern, um ihm Zeit zu geben, Markterfahrung zu sammeln. Die nächsten zwölf Monate hat er also weiter verloren, aber viel weniger als vorher. Vor allem haben wir an seiner Disziplin gearbeitet. Weil ihm Geld nicht so wichtig war – eigentlich eine gute Eigenschaft für Trader – musste ich ihn irgendwie anders zur Räson bringen. Einmal kamen wir an den Punkt, dass ich ihm angedroht habe, ihn zu feuern, wenn er noch einmal so undiszipliniert handelt. Dabei war er es ja, der mich bezahlt hat. Nach einem Jahr kam dann der erste Gewinn-Monat, inzwischen ist der Mann im vierten Monat profitabel.

Wie schnell spüren Sie, anhand der Persönlichkeit, dem Auftreten eines Menschen, ob er sich eignet zum Trader?

Sagen wir es so: Ich merke relativ schnell, in welchem Bereich es Probleme geben könnte. Entscheidend ist das Selbstwertgefühl eines Menschen. Viele wollen sich ihre Anerkennung am Markt holen. Wollte ich am Anfang auch. Aber wenn das macht, merkt man mit jedem Verlust-Trade: Hei, du bist ein Verlierer. Das macht einen dann wütend, ärgerlich, das ist frustrierend und bringt genau die Gefühle rein, die einem nicht helfen beim Traden. Wenn man keine stabile Mitte hat, wird einen der Markt mitreißen, in die Euphorie genauso wie in den Wut und den Ärger. Weshalb es so wichtig ist, eine ausbalancierte Position in seinem Leben zu finden.

Ein anderer, ganz wichtiger Punkt: Wie geht jemand mit Verlusten um? Die einen reagieren aggressiv, sie fangen an zu kämpfen, die anderen reagieren regressiv, sie ziehen sich zurück. Damals, als ich noch Broker war, rief einmal ein Kunde bei mir an und sagte, es gebe ein Problem, er könne nicht mehr handeln. Ich habe in sein Konto geschaut – es war kein Geld mehr drauf. Er: Wie kann das denn sein? Ich habe geschaut, er hat ständig verloren, und natürlich hat er seine Auszüge immer zugeschickt bekommen. Er: Ja, aber die habe ich nicht aufgemacht, weil ich ja wusste, dass da nur Verluste draufstehen. Ein typisches regressives Verhalten.

Was wäre der richtige Weg, mit Verlusten umzugehen?

Sie voll und ganz und ohne Wenn und Aber zu akzeptieren. Das gelingt nur sehr wenigen. Eine gewisse Toleranz haben viele. Sie können eine ganze Weile mit Verluste leben. Aber dann kommt plötzlich ein besonders großer Verlust. Irgendetwas außerhalb der Komfortzone. Oder die Verlustserie dauert ungewöhnlich lange. Dann werden sie plötzlich undiszipliniert und es geht mit ihrem Konto steil bergab. Auch ich habe lange, unendlich lange gebraucht, um diese tiefe Akzeptanz zu erreichen.

Verlieren will also gelernt sein?

Das ist absolut entscheidend. Kein Mensch verliert gern, und sei es beim Mensch-ärgere-dich-nicht. Das sehe ich bei meinen drei Kindern. Die Kunst ist nun: zu verlieren, ohne sich als Verlierer zu fühlen. Also weiter diesen ganz natürlichen – und guten – Siegeswunsch haben, und zugleich Verluste akzeptieren zu können. Diese Balance hinzukriegen, das ist sicherlich der Punkt. Das können die wenigsten. Das erfordert eine sehr grundlegende Akzeptanz, dass man wirklich bereit ist abzugeben, das sehe ich bei den wenigsten Menschen.

Gab es bei Ihnen einen Verlust weit außerhalb der Komfortzone?

Im Jahr 2002 war ich mit zehn FDAX-Kontrakten short, die Position arbeitete für mich, ich wollte sie über Mittag halten und habe den Kurs über meinen Pager verfolgt. Irgendwann ergab sich die Gelegenheit, den Stop nachzuziehen, ich habe also unseren damaligen Praktikanten im Büro angerufen und gebeten, den Stop zu ändern. Dafür musste er den alten löschen und per Hand einen neuen eingeben. Er hat aber keinen Stop-Kauf für zehn Kontrakte bei – ich sag mal – 3600 Punkten eingegeben, sondern einen Stop-Kauf für 3600 Kontrakte bei zehn Punkten. Die Order wurde umgehend ausgeführt, der Kaufkurs lag ja unter dem Marktkurs. Zum Glück akzeptierte unsere damalige Order-Software nur drei Stellen, so dass ich 360 Kontrakte long war, ohne es zu wissen.

Der Praktikant rief mich panisch an und sagte: Mein Gott, hier kommen gerade jede Menge Ausführungen. Er begann, sie mir vorzulesen: 50 Kontrakte bei Soundso, 50 einen halben Punkt weiter oben. Mir wurde ganz anders. Ich bin losgestürmt und war zwei Minuten später im Büro und habe relativ schnell gesehen, was da schief gelaufen ist. Und wie es Murphys Gesetz will, war ich mit meiner Position schon im Minus.

Was tun? Ich hätte hoffen können, dass der Markt in meine Richtung läuft. Oder ich konnte den Verlust akzeptieren.

Was haben Sie getan?

Es war mittags, das Orderbuch war leer, ich habe die 360 Kontrakte darum nicht auf einmal verkauft, sondern in Fünfziger-Blöcken. Währenddessen ging der Markt immer weiter runter.

Wie viel haben Sie verloren?

Rund 320.000 Euro. Ein dicker, dicker, dicker Verlust. Allerdings: Es gab keine Möglichkeit, besser aus der Position zu kommen. Wäre ich drin geblieben, hätte ich bis zum nächsten Tag 1,6 Millionen verloren. So gesehen war ich „glimpflich“ davon gekommen. Die Frage ist aber, ob man sich nach so einem Verlust wieder berappeln kann.

Natürlich war ich stinksauer, und habe dem Typen, der das verbrochen hat, noch am selben Tag gesagt: Hau ab, sonst kann ich nicht für mich garantieren. Aber es ist mir gelungen, den Verlust zu akzeptieren, und zwei, drei Tage später habe ich ganz neutral gehandelt.

Muss man auch das Gewinnen lernen?

Das ist der nächste Punkt: Inwieweit ist der Trader bereit für Gewinne? Es gibt Momente, in denen meine Bereitschaft für Gewinne sehr ausgeprägt ist, und Momente, in denen ich nicht bereit bin zu gewinnen. „Kann nicht sein“, wird jeder einwenden, „ich wünsche mir doch jeden Tag nichts sehnlicher als zu gewinnen.“ Aber das stimmt nicht. Es ist wie beim Sport: Natürlich möchte jeder Sportler jeden Wettkampf gewinnen. Aber nicht immer ist er bereit dafür. Warum auch immer.

Womit wir wieder bei den unbewussten Prozessen sind. Vielleicht ist es uns in einem bestimmten Augenblick eben doch nicht das Wichtigste, gewinnen zu wollen. Vielleicht ist unser Unterbewusstsein nicht einverstanden mit dem, was wir tun, oder möchte unsere Aufmerksamkeit auf eine andere Sache richten.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

In meiner Zeit als Broker hatte ich einen Kunden, der ständig zu hoch gehandelt hat. Man hat gemerkt, dass er gekämpft hat, je mehr Verlust er machte, desto höher wurden seine Einsätze, um so spekulativer, umso kürzer wurden die Trades. Dann kam der Tag, an dem er sein letztes Geld verschossen hat. An dem Tag war er super entspannt und sagte zu mir: So, Herr Schäfermeier, jetzt ist es endlich vorbei, jetzt bin ich endlich zufrieden. Zuerst dachte ich, der meint das ironisch. Aber dann haben wir ein langes Gespräch am Telefon geführt – letztlich ist Brokerage ja Seelsorge-Arbeit, da kommt mir meine Vergangenheit als Pfarrerssohn zugute – und habe gemerkt: Der meint es ernst. Letztendlich hatte er unterbewusst sich selbst sabotiert.

Wenn zum Beispiel „Sicherheit“ ein wichtiger Wert für jemanden ist, und dieser jemand geht andauernd ins Risiko, dann merkt sein Unterbewusstsein: Hei, du machst da etwas, das mir nicht gefällt. Nun ist das Unterbewusstsein dein Freund, der dir helfen will, hat aber nicht unsere rationale Logik. Wie hilft man jemandem, der einem nicht zuhört? Man sorgt dafür, dass ihm sein liebstes Spielzeug weggenommen wird, und wenn es dann weg ist, ist Schluss, aus, vorbei. Das heißt: Dieser jemand verliert, von seinem Unterbewusstsein gesteuert, solange, bis das Konto weg ist. In dem Moment fühlt er sich dann wieder wohl.

Gibt es gewisse Persönlichkeitsmerkmale, die nicht günstig sind, wenn man Trader werden möchte?

Manche Menschen stellen keine Fragen, sondern verallgemeinern. Sie können nicht gut zuhören. Sie sind nicht offen und neugierig. Das ist nicht gut. Sie wollen eine Bauanleitung, aber die gibt es nicht. Sie müssen stattdessen lernen, ganz spezifische Fragen zu stellen. Umstände spezifisch zu betrachten. Dinge auszuprobieren. Neue Erfahrungen zu machen. Ohne das geht es nicht an den Märkten.

Was sind das eigentlich für Leute, die zu Ihren Veranstaltungen, zu Ihren Seminaren kommen?

Sie kommen aus allen Gesellschaftsschichten, wobei mir ein Typus aufgefallen ist: Leute, die in ihrem bisherigen Umfeld Probleme bekommen haben. Von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder merken, dass ihre Firma nicht mehr so gut läuft. Und nun die Möglichkeiten in den Märkte sehen. Das Faszinierende ist ja: Der Markt verspricht alles. Er ist grenzenlos. Es ist tatsächlich alles möglich. Ich kann aus 5000 Euro 5 Millionen machen, oder andersherum. Der DAX kann ganz in Kürze auf 10.000 steigen oder auf 2000 fallen, beides ist möglich. Der Markt erlaubt absolute Freiheit. Aber mit dieser Freiheit können nur wenige Leute umgehen.

Gibt es auch unter ihren Schülern Geschichten des Scheiterns?

Eine Geschichten werde ich nie vergessen: Einer meiner Praktikanten hatte mit Optionsscheinen auf VW richtig viel Geld verdient – aus 10.000 Euro hatte er 700.000 Euro gemacht. Eines Tages kam er zu mir ins Büro und wollte eine Verdienstbescheinigung haben. Ich verstand nicht ganz. Ja, er wolle sich einen Fernseher kaufen, und zwar auf Kredit. Ich hab ihm gesagt: Heb das Geld doch von deinem Konto ab. Wollte er nicht, mit dem Argument: Wenn ich aus 10.000 Euro 700.000 Euro gemacht habe, gebe ich doch jetzt nicht 5000 Euro für einen Fernseher aus, mit denen ich 300.000 Euro verdienen könnte. Ich konnte ihm nicht begreiflich machen, dass es besser gewesen wäre, das Geld für den Fernseher von seinem Konto zu nehmen.

Nach einigen Monaten hatte er den einen großen Gewinn mit vielen anderen Trades verloren und musste den Kredit für den Fernseher noch jahrelang abbezahlen. Eine skurrile Geschichte. Aber so sind die Menschen.

Kommen wir zum Schluss noch einmal zu Ihrer langfristigen Sicht auf die Märkte. „Credit eventually kills all great societies“, heißt es.

Bevor ich aushole, möchte ich betonen: Ich bin ein Fan des kapitalistischen Systems, weil nur solche Wettbewerbssysteme die Menschen im positiven Sinne lenken. Das Problem, das ich sehe, hängt tatsächlich mit dem jetzigen Kreditsystem zusammen. Wächst die Geldmenge, wächst die Wirtschaft, nur ist dieses Geldmengenwachstum eben kreditfinanziert. Eine Weile geht das gut. Aber mit der Zeit wird der Zinseszinseffekt immer größer, die Schuldenlast immer bedeutender. So lange die Gläubiger das mit Zinsen verdiente Geld wieder in Umlauf bringen, und durch Investitionen oder Konsum die Wirtschaft befeuern, ist alles in Ordnung. Wenn dieses Vermögen aber tot ist, nicht arbeitet, weder investiert noch konsumiert, sondern nur noch zum Verdienen der Zinsen genutzt wird, entsteht ein Problem. Dann verdienen einige Leute immer mehr Geld, während auf der anderen Seite, über Steuern, die Arbeit immer stärker belastet wird. So entsteht eine wachsende Ungleichheit. Ob sie eines Tages in Verteilungskämpfe mündet? Oder anders gelöst wird? Ich weiß es nicht.

Was würde geschehen, wenn das Kreditsystem, wie in der Immobilienkrise gesehen, zusammenbricht, weil das Vertrauen weg ist? Stufe eins davon haben wir gesehen: Immerhin musste sich unsere Bundeskanzlerin hinstellen und die Garantie ausgeben: Das Geld ist sicher. Was diese Garantie wert ist, ist vollkommen egal, wichtig ist nur: Sie wurde geglaubt. Der Staat ist hingegangen und hat noch einmal mehr Schulden aufgenommen. Wird er sie zurückzahlen können? Will er sie zurückzahlen? Denn dann würde dem Wirtschaftskreislauf ja Geld entzogen, die Wirtschaft würde schrumpfen. Wie man es auch dreht: Das ist ein Webfehler im System. Nicht ohne Grund steht im Alten Testament, genau wie im Koran, dass Zinsgeschäfte schädlich oder sogar verboten gehören. Denn so ein Kreditsystem kann auf lange Sicht nicht funktionieren.

Wie lange kann es noch gut gehen?

Wer weiß das schon. Ich möchte hier keineswegs ein Crash-Prophet sein und sagen, morgen bricht unser System zusammen. Das Ganze kann auch noch zehn Jahre gut gehen. Vielleicht gibt es diesen Wachstumshunger in China und wir können uns nochmal extrem verschulden. So lange die Bevölkerung mitmacht, so lange sich die Staatsverschuldung noch ausdehnen lässt, ist das gar kein Problem. Schulden sind ja immer Vertrauenssache. Das Problem beginnt, sobald ein großer Staat nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden zu bedienen. Das wird früher oder später passieren. Dann kommt es zum Bruch. Zu Kämpfen, oder zu einem ganz neuen System.

Wie schützen Sie sich und Familie vor künftigen Verwerfungen? Lagern Sie Gold im Keller?

Genau dieses Angstdenken lehne ich ab. Was mich schützt, ist das Vertrauen in mich selbst, mit Risiken, mit dem Unbekannten umgehen zu können. Es ist unsinnig, Schutz zu suchen, indem man Gold oder Diamanten oder Häuser kauft. Oder sonst was. Das wird alles schief gehen, das kann ich garantieren.

Warum?

Nehmen wir zum Beispiel Gold. Sollte sich Gold tatsächlich zu einer Parallelwährung entwickeln, dann würde jeder Staat dagegen vorgehen, weil er sonst seine Hoheit über die Währung verliert. Was würde ein Staat also tun? Genau das, was die USA richtigerweise in den 1930er Jahren gemacht haben – sie haben den Besitz von Gold unter drakonische Strafen gestellt: zehn Jahren Gefängnis und Beschlagnahmung des gesamten Vermögens. Dieses Gesetz wurde erst Ende der 1960er Jahre abgeschafft.

Leute, die Gold horten, müssen also trotzdem Angst haben, weil sie immer damit rechnen müssen, dass sie ihr Gold nicht umtauschen können. Oder ihnen ihr Nachbar das Gold klauen könnte. Kein Mensch ist sicherer, weil er auf seinem Bankkonto statt 200.000 Euro 300.00 Euro hat. Ist der jetzt 100.000 Euro sicherer? Er kann genauso vom Bus überfahren werden oder an einer tödlichen Krankheit erkranken. Das Leben ist nicht Geld. Das Leben ist Leben und Geld ist nur ein Mittel, bestimmte Sachen kaufen zu können.

Nein, ich mache mir wirklich keine Sorgen. Vielleicht bin ich naiv, aber ich vertraue in mich. Dass ich, wenn alles ganz schlimm kommt, die Flexibilität haben werde, auf das Neue zu reagieren, so, wie ich heute mit der Unsicherheit an den Märkten umgehen kann.

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104 Antworten auf „Birger Schäfermeier: „Trading ist zu 100 Prozent Psychologie““

  1. Um die Kernaussagen von Schäfermeier zu verstehen, muss man sie verinnerlichen. Und das kann man nur, wenn man selbst über Jahre verzweifelt nach dem Holy Grail gesucht hat, nur um tief deprimiert zu erkennen, dass es diesen nicht gibt. Gute Trader sind „Masters of Risk“ !!!

  2. Ich beobachte Birger Schäfermeier schon viele Jahre und lese/sehe gerne seine Interviews. Ich habe damals mit den „neuen Märkten“ zu handeln begonnen und kenne bisher keinen der auch nur annähernd so kompetent und bodenständig über unseren Job referiert. Es ist als wäre er all die Jahre neben mir gesessen. Einer, bei dem man sich richtig freut dass er sich in der Öffentlichkeit bewegt, weil er die Kaste der „Verschwiegenen“ , wie man uns Pro-Trader auch zuweilen nennt, äußerst solvent und plausibel nach außen darstellt. Ich danke dir Birger und freue mich immer wieder dich zu sehen, hören und lesen. Ich bin dieses Jahr bei einem Messeevent schon mal längere Zeit neben dir gestanden, hatte aber dann doch nicht den Mut dich anzusprechen. Ich denke wir könnten uns auch nicht wirklich interessant austauschen. Zumindest nicht über den Job. Wir könnten höchstens mal den Golfschläger schwingen, aber dazu sind wir zu weit entfernt. Ich habe mein erwirtschaftetes Geld in Immobilien in Florida, Südafrika und auf Ibiza investiert und halte mich dort die meiste Zeit abwechselnd auf. Aber ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg und vor allem Gesundheit.

  3. eines der besten trader-/tradinginterviews die ich je gelesen habe … macht mir so richtig lust auf wiedereinstieg (habe im juni/juli nach mehrfachen marginerhöhungen aufgehört und alles geld in gold-/silberaktien gesteckt) …

    weiterhin viel glück + erfolg, birger 🙂

    lg aus münchen,
    j.

  4. Der Birger ist echt ein cooler Typ. Und eben auch ein „Master of Risk Management“. Und wer das drauf hat, der hat die Märkte im Griff, da sind Ein- und Ausstiege „fast“ zweitrangig. Das können echt die Wenigsten, das eigene Ego besiegen und bei einer Position sagen, „eh, das war Scheiße“. Respekt.

  5. Stecke selbst gerade in einer kleinen Kriese da der Markt bzw.ich selbst mein Konto momentan mal wieder eher minimiere als maximiere.Der erste Teil des Interview hat mich wieder etwas aufgebaut.Würde gerne mehr erfahren.
    Ist in näherer Zukunft ein zweites Buch nach“Die Kunst des erfolgreichen Tradens“geplant mit dem ich mich über Kurz oder Lang motivieren kann?

  6. Ich bin auch ein großer fan von birger
    Es ist einfach ein TraderGott
    Wünsche dir auch viel Glück
    und Gesundheit:)
    Weil Traden kostet hammer Nerven:)

  7. Birger ist schon ein guter – durfte viel von ihm lernen.
    Aber das Trading zu 100 Prozent Psychologie ist, da muss ich ihm absolut widersprechen.
    Trading ist zu 99 Prozent Psychologie 🙂 🙂
    1 Prozent ist der gesamte Rest…
    Aber das meint Birger übrigens auch so…

  8. Das ist geradezu absurd, was hier abläuft !! Gibt es nur positive Kommentare zu Schäfermeiers Statements oder wird diese Seite zensiert ? Tradind ist eines der schwierigsten Handwerke überhaupt, das man nur mit mühevoller Arbeit erlernen kann und das auf Risk-Management , Exitstrategien und mentaler Stärke wie Schäfermeier es macht zu reduzieren ist einfach lächerlich. Wer so einfach denkt , der wird sein Geld ganz sicher verlieren.

  9. … ich habe schon viele Berichte über Ihn gesehen und auch schon viel gelesen,
    muss sagen hat mir alles wirklich weitergeholfen.

    Meine Seite geht erst wieder am 11. oder 12. August online.

    boersen-einsteiger meine ich …

  10. Also ich trade mitlerweile schon einige Zeit. Was mich im Moment etwas stört ist der Boom obwohl der vieleicht gar nicht nur taucht z.Z. im Netz offt Werbung auf und da wird so getan als ob das Traden so einfach ist und man da ganz leicht ohne Kenntnisse Geld verdienen kann.
    Bevor ich trade hole ich mir alle Informationen die ich bekommen kann (und auch dann ist es natürlich nicht sicher), nur diese Anbieter tuen so als ob schauen setzen gewinnnen das ist ja wie beim Roolett rot oder schwarz. Gibt es für solche keine „black list“? Es gibt ja viele seriöse Anbieter und wie soll einer der neu anfängt die unterscheiden denn die meiste Werbung kommt natürlich von den unseriösen

  11. Danke für diesen sehr interessanten Artikel zum Thema Traden. Ich finde das jeder der sich ein bisschen für Trading bzw. Daytrading interessiert, es schaffen kann damit richtig Geld zu verdienen. Sicherlich muss man als Anfänger erst mal das traden lernen. Wenn man ernsthaft daran interessiert ist mit Traden sein Geld zu verdienen, dann ist es einfach ratsam sich vorher von einem Profi unterrichten zu lassen. Das kann im Rahmen von Trader Seminaren oder auch mittels Online Trader Seminaren stattfinden. Wichtig ist, das man als Anfänger nicht gleich am Anfang ein reelles Trader Konto bei einem Broker eröffnet, sondern erst einmal mit einem kostenlosem Demo Konto anfängt.

    Beste Grüße

    Steffen

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    A good time to nibble on your heaviest dish through the day
    is after you have completed your muscle-developing workout period.
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    levels since your body needs the diet to fix and make muscle tissues.
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    Crank up some audio. Research has shown that paying attention to tunes
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    otherwise paying attention to the music that you prefer.
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    other individuals that may defer your exercise routine.

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    shoulders. Then, somewhat point your foot outward, flex the knee joints, and arch your back.
    Make sure that your vision are searching ahead.

    A 60 min workout is the ideal duration for max outcomes.

    Beyond 1 hour, the body starts delivering the anxiety hormonal, cortisol.
    Cortisol diminishes your male growth hormone amounts, which just wastes your time and effort towards upping your muscles.

    An outstanding way of ensuring you improve your
    workout routines would be to keep workout routines at below an hour or so lengthy.

    Stay away from looking at you to ultimately others at the gym.
    It could be beneficial to see other folks to discover their type, new exercises, or new types of equipment, but
    primary evaluation is not really helpful. Simply because
    people have an alternative physique what matches your needs may not help other people.

    Take note of your system excess fat and determine it frequently.
    Do not be discouraged if there is not important weight reduction when building
    muscle, on account of your body weight may not
    change significantly using a weight and body building program.
    Your whole body fat is actually a better way
    of measuring your state of health as opposed to weight.

    Be sure that you are taking in the volume of unhealthy calories that your system
    needs. There are a number of on the internet calculators that you can use to figure out calorie requires determined by your goals.
    Use one or two of the calculators then make positive changes to diet plan accordingly,
    such as the correct amounts of carbs, healthy proteins as well as other nutritional vitamins to create
    your own muscles.

    Function your muscle mass to fatigue for the best comes
    from your exercise routines. Abandon absolutely nothing about the desk.

    When doing some workouts, continue to keep pressing your self till you could not full yet another press-up or lift the bar one
    more time. After that you can begin to use heavier weights and undertaking much less
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    out only 2 times per week, when those that have encounter are capable of doing so 3 times
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  13. Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Die Königsdisziplin des Tradens ist sicherlich das Daytrading. Die meisten privaten Investoren schaffen es nicht an der Börse erfolgreich zu sein und nur die wenigsten werden zu erfolgreichen Daytrader. Als erfolgreicher Daytrader kann man sehr viel Geld verdienen. Jedoch darf man hierbei das Risiko nicht vergessen. Nur ein minimaler Prozentanteil schafft es erfolgreich zu werden, da die meisten die Anforderungen / Voraussetzungen einfach nicht mitbringen. Die größte Hürde ist hierbei sicherlich die eigene psychologische Einstellung – Angst und Gier können sehr schnell die Tradingpsychologie beeinflussen. Disziplin und Geldmanagement werden schnell über den Haufen geworfen, wodurch das Scheitern an der Börse bereits vorprogrammiert ist! Daytrader besitzen / verifizieren eigene Handelsstrategien. Aufgrund der kurzfristigen Auslegung wird hierbei gerne auf Hebelprodukten zurückgegriffen. Mit diesem Einsatz steigt zudem das eingegangene Risiko. Dadurch wirken sich die Fehler von Investoren bei den Daytradingstrategien noch stärker aus!

  14. Choose eye shadow & lipstick colors as per your dress but remember to
    blend in some nude shades too. In fact, Aishwarya Rai is known to wear different types of sarees throughout her career in the film industry.
    He consequently ordered a similar dinner jacket to Bertie’s from
    Henry Poole & Co. During those early times, women have not been wearing a blouse under their Indian sarees, their chest
    is bare. Nowadays you can get low-cost summer
    dresses that not only capture the essence of best designers but also
    are sophisticated, higher quality and fit the budget of most pocket books.
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    With the celeb trend phenomenon at its recent state,
    it is not unusual to locate designers attempting their ideal to
    get their most recent fashions showing on today’s hottest celebrities.

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    The celebrities might be going from country to country and store to
    store to get what they want, but you can get them right where
    you live.

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    thee web without my permission. Do you know anny solutions to help prevet content from being stolen? I’d really appreciate it.

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    Seine Seminare kann ich wärmstens empfehlen.

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    for how you’re going to reach them.

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    and let me know if this is happening to them too?
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    Many thanks

  22. Take initiative and get the amount of customers
    you deserve. Does your recruiter make his or her money from
    your sign-up fees. But other than those who just want to communicate with friends, old and new, social media is also currently being taken advantage by business oriented people as a way to reach their
    target clients and improve their businesses.

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    joita kutsutaan Rake .

  28. “ because the calories are far below the American College of Sports Medicine’s (ACSM) recommended daily caloric intake of 1,200 calories for women, and 1,800 calories for men. Unfortunately for the hcg diet community studies published in the ’70s and ’80s have disputed these findings claiming that those on the hcg plan did not lose additional weight than those not on the plan. For me, Sparkpeople provided the kick in the rear I needed to get moving and get active. HCG is a hormone found in pregnant women and now used as an important supplement in the HCG diet plan for weight loss. Thankfully, people can now rely on real HCG diet doctors in Tampa FL to safely and effectively fight off each of these unwanted signs of ageing.

  29. If you are more than 70 years aged, you will
    need to speak to your doctor very first. HCG diet drops, when used in the
    correct way, can certainly help people finally become the size that they’ve always wanted.
    HCG (human chorionic gonadotropin) is a hormone that naturally occurs in a woman’s body during the early stages
    of pregnancy. However, this article will finally put an end to any doubt there might be
    around our product, and around this entire
    weight loss system, and let you know exactly why and how the HCG Diet really
    works. The 500 calories per day required for the h – CG diet will rob
    you of precious nutrients.

  30. Thank you for the good writeup. It in reality used to be a entertainment account it.
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    However, how could we communicate?

  31. Sehr Interessantes Video da ich nun bei Koko das Masterseminar absolviere, jedoch möchte ich aufnehmen was nur geht da ich seit 15 Jahren nur vom Pech verfolgt wurde seit einem schweren unverschuldeten Autounfall 2001. Ich verlor nicht nur meine Forma sondern auch meine Frau die 3 Hirnschläge bekam da ein 2cm Blutgerinnsel im Herzen war vermutlich durch den Gurt im Auto. Ich habe 2 Nerven Gerissen im Nacken und 7 Wirbel gestaucht zudem die Vertebralis Arterien gedehnt bis zur Wirbelsäule die da auf Nerven drücken.
    Ich Heiratet 2005 erneut und 2007 kam mein Sohn zur Welt und als er 5 Monate alt war geschah das unfassbare der Selbe Unfall und heute ist mein Sohn 9 und kann nicht sprechen.
    Ich habe nun fast 2 Jahre bisschen den Markt verfolgt und mich nun kurz und bündig entschieden das ist was für mich da ich Gesundheitlich doch manchmal kurztreten muss jedoch keine Rente erhalte also weder von der Invalidenversicherung noch einer anderen Versicherung.
    Meine jetzige Frau Arbeitet für alle und das will ich endlich ändern doch meine Arbeitsuche endete immer in einer Absage da ich Morphium und Valium nehmen muss gegen die Täglichen Schmerzen .
    Ich Bewundere das Daytraden sehr und die wo mir helfen den Weg zu finden, gerne nehme ich jede Hilfe an da ich mir mein Ziel gesetzt habe.
    Jedoch was ist an der Börse Handeln wenn einem das Geld für ein Echtkonto fehlt.
    Ich zahle nun den Kurs zum Mastertrader dennoch und es wird an allen enden gespart was das Ziel ist nach der Ausbildung zu starten.
    Ich bin offen für jede helfende Unterstützung da ich mich verändern möchte, meiner Familie wie anderen zu helfen denen es schlechter geht, auch meinem Sohn die Best mögliche Therapie zu ermöglichen wie auch meinen Schwiegereltern die in einem Armen Land wohnen etwas zurück zu geben.
    Wenn jemand gute Tipps hat bitte einfach melden.
    Ganz liebe Grüsse an alle
    H. Wägeli

  32. @Heinz

    Ja, ich habe einen guten Tipp: lass das Traden! Es ist schwer ohne ordentliches Anfangskapital, ohne Erfahrung gar unmöglich. Genieße lieber das Leben, so schwer es auch sein mag… wenn du ob aller schweren Schicksalsschläge auch noch vom Markt gerichtet wirst, wird es böse enden. Lass das nicht zu!

    LG
    Alex

  33. Precisam estudar local onde você visita situar emm direção a sua
    empresa, se ela recebe ou não raça, qual a metrawgem do lugar, se sobre endereço escolhido é verosímil penetrar ou não empresa, alvará do bombeiro, de entre outras inúmeras condições que a
    mesma exige.

  34. It’s a name and a paint Now maybe the bike will be good, maybe it’ll live up to the old Africa Twins reputation but that’s ridiculous to act like the bike has some great It could have easily been named something like NXC1000 and you wouldn’t have said the same thing about "you don’t get

  35. Ja das stimmt traden ist einer der schwirigsten Berufe und man brauch viel Geld. Ich persönliche halt nicht viel davon, wenn man als Anänger kleine Konten von 500 tradet. Deswegen habe ich mir Kapital aufgebaut und dann angefangen zu handeln. Das kann ich nur jeden so empfehlen und haufenweise Bücher studieren und über mehrere Monate Signifikante Ergebnisse auf dem Demokonto zu erzielen.

  36. Birgermeier war auch einer der ersten die das Traden nach Deutschland gebracht haben. Trotz alle dem kann ich nur sagen , dass man mittlerweile weniger vom Ihm sieht. Denke das liegt daran , dass er nicht mehr so erfolgreich ist. Zumindestens macht mir das den Eindruck

  37. Apenasas provas de função espermática – como reação acrossômica, receptores de manose na superfície
    dos espermatozóides, interação espermatozóide-muco cervical,
    testes da penetração espermática e hemizona, níveis de
    Creatina Quinase (CK), Espécies Reativas de Oxigênio
    (ERO), Capacidade Antioxidante Total (CATS) e Peroxidação Lipídica (LPO)
    – podem dar informações referentes à probabilidade de esse homem vir
    a engravidar a sua parceira.

  38. Uber was the primary organization that got such a terrific
    amount of accomplishment after usage of their model, and ran plagues of production of relative administrations.

  39. Lighter flavoured, it’s a kind off wine that incorporates citrus, melon, pear and apricot overtones, and smoky or ineral undertones mixed with excessive acidity, that goes
    greatest with light-flavoured meats, delicate sauces and cheeses aas well as certain seafood dishes, particularly sushi.

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